04.02.2020 Klimaneutrales interkommunales Gewerbegebiet

Wir sind der Ansicht, dass ein Gewerbegebiet heute anders aussehen muss als vor zwanzig oder gar vierzig Jahren. Daher haben wir am 4. Februar 2020 in der Stadtratssitzung bei der Beratung über das interkommunale Gewerbegebiet mit Plaidt gefordert, in die Präambel der Vereinbarung neben der Schaffung von Arbeitsplätzen und der Entwicklung der regionalen Wirtschaft auch die Klimaneutralität als ein Ziel des Vorhabens festzuschreiben. Konkret geht es uns um sieben Anforderungen, die das neue Gewerbegebiet nördlich der B 256 auf den ehemaligen Flächen der Bimssteinhersteller erfüllen soll:

Im Gewerbegebiet müssen erneuerbare Energien zum Einsatz kommen. Je nach angesiedeltem Gewerbe macht ein Wärmespeicher Sinn, mit dem die Abwärme aus Produktionsprozessen zwischengelagert und zeitversetzt genutzt werden kann. Die Gebäude sollen horizontal und vertikal begrünt werden, um verloren gegangene Vegetationsfläche zu kompensieren und eine Aufheizung zu vermeiden. Das Niederschlagswasser soll möglichst vor Ort verdunsten und versickern.

In dem Gewerbegebiet sollen Grünanlagen entstehen, um Erholungsräume für Mitarbeiter zu schaffen. Nebenbei können die Unternehmen damit auch ihre Attraktivität als Arbeitgeber steigern. Besucher und Mitarbeiter sollen das Gewerbegebiet gut ohne eigenen PKW erreichen. Das Gewerbegebiet muss daher an das Radwegenetz angeschlossen und durch den ÖPNV bedient werden. Schließlich muss auf eine insektenfreundliche Beleuchtung geachtet werden, damit nachaktive Insekten nicht länger der „Lichtverschmutzung“ zum Opfer fallen.

Bei dem geplanten Gewerbegebiet sollten gleich am Beginn die Weichen Richtung Klimaschutz gestellt werden. Unser Anliegen wurde von den großen Fraktionen aber wieder einmal reflexartig zurückgewiesen, obwohl der Stadtrat im November erst einstimmig eine „Grünstrategie“ verabschiedet hatte. Es gibt leider kaum Bereitschaft zu einer wirklichen Kurskorrektur. Wir werden uns bei der Überarbeitung des Flächennutzungsplans und bei der Aufstellung der Bebauungspläne dafür einsetzen, dass das neue Gewerbegebiet klimaneutral wird. In diesem Zusammenhang planen wir unter anderem eine Exkursion nach Bonefeld im Westerwald.

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